Musik im Dschungel

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Hallo Ihr Lieben,

viele kennen unser Standard-Freitags-Programm bereits:

die

Demokratischen Nächte.

Eigentlich dazu gedacht, musikalischer Vielfalt Rechnung tragen zu können. Natürlich deswegen, weil sich möglichst viele unterschiedliche Menschen bei uns wohlfühlen sollen. Weil durch Musik ein Stück Freiheit gegeben wird, die den beengenden Pflichten des Alltags wohltuend entgegenwirkt. Je nach Vorliebe und Laune zwar, aber immer Musik, immer mit dem gleichen Effekt und immer aus dem gleichen mehr oder weniger bewussten Bedürfnis heraus: Musik tut gut. Wer darum weiss, wer sich selbst in ihr finden kann, der sollte in der Lage sein, die "schlechten", nicht nachvollziehbaren oder subjektiv mehrheitsuntauglichen musikalischen Präverenzen eines jeden zu respektieren. Vielleicht sogar den Versuch wagen, klangtechnisches Neuland zu erkunden. Mitunter findet man so etwas, was zwar nicht gesucht wurde, was man aber jetzt, wo man es einmal kennengelernt hat, sogar vermissen würde. Wo hat man heute noch die Chance, Neues zu entdecken; die Gelegenheit, den eigenen individuellen, alternativen, trotzigen, lauten, ehrlichen, melancholischen, treibenden, mitreissenden, hämmernden, wiegenden, basslastigen, sanften, klassischen und melodischen Rhythmus vielleicht überhaupt erst zu finden; die Möglichkeit, Musik in ihrem Facettenreichtum zu erleben, wie ich sie den Besuchern des "Dschungels" von ganzem Herzen zu bieten versuche und näher bringen möchte. Leider hat sich aus meiner Sicht die "Demokratische Nacht" nicht ganz so entwickelt, wie ich es mir gewünscht habe. Die musikalische Vielfalt bleibt leider oft auf der Strecke. Vielleicht, weil sich immer mehr Menschen gedankenlos den nichtssagenden, oberflächlichen und ohne Herz geklonten, kurzlebigen und lediglich kosumorientierten Vorgaben geistloser, geldgieriger Geschäftsleute anschließen. Menschen sind leicht zu beeinflussen, vorallem, wenn sie sich dieser Tatsache nicht bewußt sind oder sie sogar verdrängen. Vorgekautes zu schlucken, sei es weil es bequemer ist, oder weil man schon verlernt hat zu kauen, ist heutzutage doch leider schon für viele zur Normalität verkommen.             Ich bin glücklich,wenn ich die angenehm beruhigende Genugtuung spüren kann, die mich immer dann überkommt, wenn ich im Dschungel Menschen mit diesem gewissen Feuer in den Augen kennenlernen darf. Dieses Leuchten, das so anziehend wirkt, weil es die Energie, die Lebendigkeit, die Kraft, die Stärke und den Willen einer starken Persönlichkeit erkennen läßt, die den Drang nach Individualität, die Suche nach sich selbst, das Erkennen von Schwächen und das Verteidigen der eigenen Meinung in sich spüren. Individuen, die ihr Leben an eigenen Werten und Interessen orientieren, und die bereit sind, mit aller Kraft dem Druck einer verzerrten, indoktrinierten "Normalität" standzuhalten. Ich würde mich freuen, in Zukunft wieder mehr dieser Freidenker bei uns im "Dschungel" antreffen zu können. Doch obwohl sie gern als "Spinner" hingestellt werden, führen sie ein Leben, um das sie jeder "Normale" insgeheim beneidet: sie leben ihr eigenes Leben. Vielleicht kann es möglich sein, durch eine Gemeinsamkeit, nämlich die Liebe zu guter Musik, in der die Energie und das Herblut ihres Komponisten spürbar scheint, den einen oder anderen zum Nachdenken zu bringen. Über Musik, die etwas berührt, über das, was man wirklich fühlt, über das, was wichtig scheint, über aufgeblähte Banalitäten, die eigentlich alles nur schwerer machen. Musik kann befreien, deshalb, nutzt die "Demokratische Nacht" als Sprungbrett; entdeckt, auf wie viele verschiedene Art und Weisen Musik wirken kann. Spürt die Energie, die von ihr ausgeht und zieht eine Kraft aus ihr, durch die es wesentlich leichter wird, sich dem Druck der Menge zu entziehen und zu sich und dem zu stehen, was man ist.
"Wohlangepasst in einer kranken Gesellschaft zu leben, ist kein Zeichen von Gesundheit" habe ich einmal gelesen. Musik ist ein starker Partner, wenn es darum geht, diese Erkenntnis umzusetzen zu wollen, während man belächelt wird. Aber egal, wenigstens haben die Intoleranten dann etwas, das auch sie, zumindest für einen kurzen Moment, von der Stumpfsinnigkeit ihres Daseins ablenkt.

Bitte helft durch Eure Anwesenheit, Eure Musikwünsche, durch Eure   Individualität und Eigenheiten, die Vielfalt und damit auch die Lebendigkeit im "Dschungel" aufrecht zu erhalten. Ich bin schon da!